Studien zur Volkskultur in Rheinland-Pfalz Band
7
Hanno Broo:
Arbeiter-
und Volksbildungsbewegung
in Mainz
Mainz 1989, 330 Seiten
ISBN 3-926052-06-6
Das
moderne Vereinswesen in Deutschland bildete sich gegen Ende des 18.
Jahrhunderts. Die sich konstituierende bürgerliche Gesellschaft strebte
nach Bildung, Geselligkeit und Freundschaft und interessiert sich für
Kultur und Wissenschaft. Mit der Gründung der Gelehrten Lesegesellschaft
am 1. Januar 1782, in der man sich in geselliger Atmosphäre über Literatur
und Politik austauschte, wurde auch in Mainz der Grundstein des Vereinswesens
gelegt.
Als 1819 die politische
Vereinstätigkeit verboten wurde, entstanden in Mainz literarische, wissenschaftliche
und künstlerische Vereine (z.B. 1830 Verein der Liedertafel, 1834 Rheinisch-Naturforschende
Gesellschaft, 1844 Verein zur Erforschung der Rheinischen Geschichte
und Altertümer). Die Gründung des Mainzer Carnevalvereins im Jahre 1838
ist dabei besonders hervorzuheben - ist doch die Vermischung von Karneval
und Politik in legaler Form für Mainz typisch.
Ab 1848 wurden verstärkt
nicht nur politische Vereine in Mainz (z.B. Mainzer Bildungsverein für
Arbeiter) gegründet, sondern auch zahlreiche Geselligkeits-, Sport-,
Wohltätigkeitsvereine usw. Diese Entwicklung erfasste ebenso die unteren
Schichten der Bevölkerung.
Bereits Anfang Oktober
1850 kam es zum erneuten Verbot politischer Vereine und einige Jahre
später zu ihrer Neugründung im Großherzogtum Hessen, zu dem Mainz
damals gehörte. Die Arbeiterbildungsvereinsbewegung in Mainz konnte
in der Folgezeit stets wiederbelebt werden - durch Rekonstituierung
oder Neugründung von Vereinen. 1871 wurde in Berlin die "Gesellschaft
für die Verbreitung von Volksbildung" gegründet, welcher der Mainzer
Arbeiterbildungsverein noch im selben Jahr und der Bildungsverein „Freundeskranz“
1876 als zweiter Mainzer Verein beitraten. Bis zum Jahr 1900 gründeten
sich in Mainz etwa 200 unterschiedliche Vereine.
Zusammengefasst
von Melanie Bauer. Das
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