Studien zur Volkskultur in Rheinland-Pfalz Band
22
Mathias Wallerang
"Luxemburg unter nationalsozialistischer Besatzung
- Luxemburger berichten"
Mainz 1997, 297 Seiten, 32 Abbildungen
ISBN: 3-926052-21-X
Preis: € 20.-
Im
Zuge der Expansions- und Hegemonialpolitik des nationalsozialistischen
Deutschlands unterlag auch ein Staat dem Zugriff des kriegführenden
Nachbarn, dessen Kriegsschicksal bis heute von der deutschen Öffentlichkeit
weitgehend unbeachtet blieb; das Großherzogtum Luxemburg.
Am 10. Mai 1940
im Rahmen des Überfalls Deutschlands auf seine westlichen Nachbarn
besetzt, wurde das bis dato neutrale Luxemburg auf der Grundlage der
völkischen Ideologie des NS-Regimes, welches Luxemburg in Anlehnung
an frühere alldeutsche Positionen als "urdeutsch" kassifizierte,
seitens des Deutschen Reiches faktisch annektiert und wie Reichsgebiet
behandelt.
Bis zur Befreiung
Luxemburgs durch alliierte Truppen im September 1944 betrieb eine dort
von Hitler eingesetzte deutsche Zivilverwaltung eine Politik, die die
Germanisierung und Nazifizierung aller Lebensbereiche verfolgte. Da
dies von der übergroßen Mehrheit der luxemburgischen Bevölkerung
abgelehnt wurde, wuchs sich die Herrschaft der deutschen Besatzer bald
zu einem Terrorregime aus, das der ablehnenden Haltung und dem Widerstand
der Bevölkerung mit Einschüchterungen, zahllosen Verhaftungen,
Massendeportationen, Einweisungen in Konzentrationslager und Hinrichtungen
begegnete.
Die Dissertation
"Luxemburg unter nationalsozialistischer Besatzung - Luxemburger
berichten" untersucht den beschriebenen Sachverhalt in zwei sich
gegenseitig ergänzenden und Bezug aufeinander nehmenden Arbeitsschritten,
mit deren Hilfe ein Gesamtbild des historischen Komplexes, mit dem sich
die genannte Arbeit beschäftigt, gezeichnet wird.
In meinem ersten,
auf Quellen und vorliegender Literatur basierenden historiographisch-analytischen
Teil werden zunächst die Beziehungen xwischen Deutschland und Luxemburg
von der Zeit des Wiener Kongresses bis zum Überfall im Jahre 1940
beschrieben. Ansschließend werden die oben bereits kurz beschriebene
deutsche Besatzungspolitik während des Zweiten Weltkrieges sowie
deren Folgen ausführlich dargestellt.
Für den zweiten,
nun eigentlich volkskundlichen Teil der Dissertation wurden 17 luxemburgische
Zeitzeugen in biographisch-narrativen Interviews zu ihrem Erleben und
ihrer Sicht der Besatzungsjahre befragt. Mit Hilfe dieser Berichte,
die nach Themen geordnet wurden, entwirft die Arbeit ein Bild der Erfahrungen,
die Luxemburger während der Besatzungsjahre infolge der im ersten
Teil beschriebenen politischen Rahmenbedingungen machten. Diese Erfahrungen
können zwar nicht als repräsentativ im statistischen Sinne,
aber doch als charakteristisch für die Erfahrungen großer
Teile der luxemburgischen Bevölkerung betrachtet werden . Auf Grundlage
der Interviews werden ferner der Umgang der Befragten mit ihren Kriegs-
und Besatzungserlebnissen und ihre heutige Sicht auf Deutschland und
"die Deutschen " thematisiert.
Zwei abschließende
Kapitel beschreiben schießlich den Charakter der deutsch-luxemburgischen
Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg, die in starkem Maße von
den Kriegsereignissen geprägt waren und dies zum Teil heute noch
sind, sowie die Bedeutung der Besatzungsjahre für die luxemburgische
Nachkriegsgesellschaft.
Zusammenfassung
von Mathias Wallerang.
Das Buch kann per Mail oder im Buchhandel bestellt werden
(ISBN: 3-926052-21-X).

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